29.07.2021 20:00
Kulturzentrum Fabrik Heeder
Virchowstraße 130
Innenhof
47805 Krefeld
Portrait der Autorin Deniz Ohde
Deniz Ohde © Suhrkamp Verlag
Cover des Romans "Streulicht"

Deniz Ohde

Streulicht

Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Nach vielen Jahren kehrt die Ich-Erzählerin an den Ort ihrer Kindheit zurück und erinnert sich. An den stummen Vater, dem jegliche Veränderung widerstrebte. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer westdeutschen Arbeiterwohnung erstickte, bevor sie entschloss die Tochter beim trinkenden Vater zu lassen. An eine Schulzeit geprägt von Mühen und Angst, Scham, Scheitern und erneuten Anläufen.

Wahrhaftig und einfühlsam spürt die Autorin Satz für Satz den Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin nach, den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien.

„Ein bestürzender Bildungsroman, der, fein erzählt und unauffällig kunstvoll geknüpft, bis in kleinste Bewegungen sichtbar macht, wie Ausgrenzung und Abwertung funktionieren.” – Fridtjof Küchemann / Frankfurter Allgemeine Zeitung

Deniz Ohde geboren 1988, studierte Germanistik in Leipzig, wo sie heute auch lebt. Streulicht ist ihr erster Roman und wurde von Presse und Leserschaft zugleich gefeiert.




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