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08.07.2026 19:00
KAP1 Zentralbibliothek
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Nora Osagiobare

Daily Soap

Toni hat es nicht leicht: Ihre Mutter eine Schweizerin, ihr Vater Nigerianer, ihr Hautton fällt in die Kategorie Cappuccino Macchiato, serviert an einem lauen Novemberabend (gemäß der offiziellen nationalen Kategorisierung Andersfarbiger). In ihrer Familie herrschen Obsessionen und Leidenschaften – für Liebe, Versicherungspolicen und Gartenzäune. Derweil ist das Modeunternehmen von Frau Bodeca einem veritablen Shitstorm ausgesetzt. Um den Vorwurf des Rassismus zu entkräften, plant sie eine Soap Opera mit ausschließlich schwarzen Darstellern zu produzieren. Als sich die Wege von Frau Bodeca und Toni kreuzen, drängt sich die Frage auf: Ist das Leben nicht selbst die billigste Seifenoper?

»Fulminant, knallhart und komisch. Eine raffinierte Satire über Alltagsrassismus, Sexismus, Alkoholismus und die ganze Heuchelei drum herum… Klug und erfindungsreich entlarvt Osagiobare die Zürcher Gesellschaft, die universalgültig ist für die weiße, spätkapitalistische Welt.« – 3sat Kulturzeit

Nora Osagiobare wurde 1992 in Zürich geboren. Mit ihrem Debütroman Daily Soap war sie Stipendiatin der Autor:innenwerkstatt Prosa am Literarischen Colloquium Berlin und erhielt einen Werkbeitrag des Kantons Zürich. Für ihre Kurzgeschichte Daughter Issues wurde sie 2025 im Rahmen der 49. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt mit dem KELAG-Preis ausgezeichnet. Sie ist Co-Präsidentin des Deutschschweizer PEN-Zentrums und lebt in Zürich.