Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 beginnt die größte Flucht von Kulturschaffenden, die Deutschland bis dahin erlebt hat. Die Niederlande und insbesondere Amsterdam sind eine bedeutsame Station dieses Exodus. Hier geben zwei niederländische Verlage — Querido und Allert de Lange — der im Deutschen Reich verbotenen Literatur eine neue Heimat. Thomas Manns Sohn Klaus gibt hier Die Sammlung heraus, eine der wichtigsten Exilzeitschriften. Seine Schwester Erika gastiert in Amsterdam mit ihrem literarischen Kabarett Die Pfeffermühle. Irmgard Keun versucht, ihre gerade begonnene Karriere außerhalb Deutschlands fortzusetzen. Hier verliebt sie sich in Joseph Roth, mit dem sie schreibend und trinkend Tag und Nacht im Café verbringt. Hans Keilson veröffentlicht unter Pseudonym Gedichte und Anthologien und geht in den Widerstand.

Der Vortrag von Alwin Müller-Jerina zeichnet anhand einer Fülle von Briefen, Tagebüchern und Fotos das Leben der nach Amsterdam Emigrierten nach. Im Anschluss an den Vortrag führt ein Spaziergang durchs Stadtzentrum, auf Spurensuche zu einigen Handlungsorten des literarischen Exils.




Weitere Termine dieser Veranstaltung
14.08.2026 14:00 | Goethe Institut Amsterdam